Digitalisierung zum Anfassen:

Lernfabrik 4.0 – Schweickert fördert „digitalen“ Nachwuchs

Die Berufsschulen in Wiesloch, Eberbach, Schwetzingen, Sinsheim und Weinheim arbeiten künftig eng „vernetzt“ zusammen. Mit einer halben Million Euro fördert das Land Baden-Württemberg die so genannte „Lernfabrik 4.0“, bei der sechs Berufsschulen im Rhein-Neckar-Kreis mit Industrie 4.0 Anlagen und Systemen ausgestattet und in einem zweiten Schritt an ein Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden. Das Konzept der digitalen Lernfabrik 4.0 setzt zusätzlich auf ein Netzwerk aus Industriepartnern, IT-Unternehmen und Banken der Region, die nicht nur Drittmittel, sondern vor allem praxisnahes Know-how mit in das Projekt einbringen. So steuert Schweickert beispielsweise im Zentrum Beruflicher Schulen in Wiesloch zentrale Netzwerkkomponenten und das Wissen aus den Bereichen Data Security sowie Industrial Cloud-Lösungen zum Gesamtprojekt bei.

Industrie 4.0 zum Anfassen: Schweickert unterstützt das regionale Innovationsprojekt „Lernfabrik 4.0“, mit dem junge Berufsschüler an die vernetzte und digitale Zukunft herangeführt werden sollen. Foto: Rhein-Neckar-Kreis

Industrie 4.0 zum Anfassen: Schweickert unterstützt das regionale Innovationsprojekt „Lernfabrik 4.0“, mit dem junge Berufsschüler an die vernetzte und digitale Zukunft herangeführt werden sollen.
Foto: Rhein-Neckar-Kreis

Die vernetzten Schulen arbeiten dabei nach einem einheitlichen pädagogischen Konzept. Daten werden gemeinsam in eine Cloud eingestellt. Die Strukturen lehnen sich dabei an die so genannte „Industrie 4.0“ an. Die Schüler, vor allem Lehrlinge in Metall- und Elektrotechnik, werden an die Bedienung von Anlagen auf Basis von Industriestandards herangeführt. Jede der Schulen soll dabei ihre eigenen Kompetenzen einbringen. So agiert beispielsweise die Hubert-Sternberg-Schule in Wiesloch als eine Art Produktionsleitstand, von wo aus die vernetzte und smarte Produktion an den (Schul-)Standorten im Rhein-Neckar-Kreis koordiniert und gesteuert wird. An den weiteren Lokationen wird die komplette Wertschöpfungskette von der Zulieferung, über Produktionsplanung, Fertigung, Automatisierung bis hin zur Qualitätskontrolle abgebildet.

Die Lernfabrik hat dabei Modellcharakter und soll vor allem kleinen und mittleren Unternehmen der Region Anregungen zur Umsetzung typischer Prozesse von Industrie 4.0 bieten. Geplant ist es, unter anderem Fort- und Weiterbildungen in diesem Bereich für die kleinen und mittleren Unternehmen anzubieten. Ihren Betrieb wird die Lernfabrik ab Juli 2017 aufnehmen. „Industrie 4.0 wird insbesondere die Arbeitsbedingungen der Zukunft nachhaltig verändern“, sieht Peter Speicher, Mitglied der Geschäftsleitung bei Schweickert, voraus, „auf diese Entwicklungen müssen wir die Fachkräfte von morgen vorbereiten. Damit dies gelingt, leistet auch die Firma Schweickert einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Innovationsprojektes des Kreises.“

Dallinger: „Die Lernfabrik 4.0 als wichtiger Schritt hin zur vernetzten Arbeitswelt von morgen“
Am 20. Juni 2017 hat die Lernfabrik 4.0 als ehrgeiziges Zukunftsprojekt des Rhein-Neckar-Kreises offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Landrat Stefan Dallinger sagte im Rahmen der Eröffnung, zu der zahlreiche Gäste aus den Medien, der Politik und Wirtschaft geladen waren: „Die Lernfabrik 4.0 an sechs beruflichen Schulen an fünf Standorten im Landkreis ist ein wichtiger Schritt in Richtung vernetzte Arbeitswelt und digitale Zukunft. Die Lernfabrik ist wichtig für die Ausbildung der zukünftigen Fachkräfte hier in der Region.“

Auf über 140 Quadratmetern entstand in den vergangenen zwei Jahren eine komplexe und vernetzte Produktionsanlage, die aus mehreren Modulen unterschiedlichster Hersteller zusammengefügt wurde. Hier lassen sich beispielsweise individualisierte Handyschalen gestalten und produzieren. Darüber hinaus lassen sich auf dem smarten Produktionsstand der Firma SEW-Eurodrive beliebige Elektroantriebe herstellen. Die Anlage mit Rohstofflager, Förderband, smarten Montagestand, 3D-Drucker, Montagepresse und Roboter, der die Werkstücke aufnimmt und ablegt, ist in Modulen aufgebaut, die miteinander vernetzt sind. Die Pläne für die Lernfabrik 4.0 wurden von technischen und wissenschaftlichen Lehrkräften der beteiligten beruflichen Schulen mit Unterstützung aus der Industrie entwickelt und umgesetzt.

Um die Förderung des rund 1,5 Millionen teuren Einzelprojekts hatten sich laut baden-württembergischen Wirtschaftsministerium 28 weitere Berufsschulen im Land beworben. Gefördert werden insgesamt 16 vergleichbare Projekte. Aufgrund der großen Zahl eingereichter Projekte und ihrer hohen Qualität wurde die Gesamtförderung auf 6,5 Millionen Euro aufgestockt. Jedes Einzelprojekt erhält eine halbe Million Euro aus Landesmitteln.

Weitere Informationen zur Lernfabrik 4.0 unter www.lernfabrik4null-rnk.de und https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/innovation/schluesseltechnologien/industrie-40/lernfabrik-40/

Ein ausführliches Interview mit Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, zum Thema Digitalisierung der Metropolregion Rhein-Neckar und der Lernfabrik 4.0 finden Sie hier.

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